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Der Zusammenhang

Sechs Systeme, und warum sie nicht sechs sind

Astrologie, Tarot, Kabbala, Gene Keys, Human Design, Traumdeutung. Das sieht nach einem Gemischtwarenladen aus. Es sind aber, je nach Blickwinkel, dieselbe Rechnung, dieselben Zahlen oder dieselben Leute. Hier steht, welcher Blickwinkel wie belastbar ist — und bei jeder Verbindung, wie alt sie wirklich ist.

Die Karte der sechs SystemeIm Zentrum steht der Geburtsmoment. Astrologie, Human Design, Gene Keys und Traumdeutung sind mit vollen Linien daran angeschlossen: sie werden aus derselben Ephemeridenrechnung abgeleitet. Kabbala braucht zusätzlich den Namen, Tarot hängt nicht am Geburtsmoment, sondern an der Frage. Gestrichelte Verbindungen aussen zeigen geteilte Zählungen: zwölf Zeichen und sieben Planeten zwischen Astrologie und Kabbala, zweiundzwanzig zwischen Kabbala und Tarot, vierundsechzig zwischen Human Design und Gene Keys.12 · 72264AstrologiewannHuman Designwie du wählstGene KeyswohinTraumdeutungwas nachts bleibtKabbalawozuTarotund jetzteinMoment
Volle Speiche: aus derselben Rechnung abgeleitet. Lose Speiche: braucht eine eigene Angabe — den Namen bei der Kabbala, die Frage beim Tarot. Gestrichelt aussen: eine geteilte Zählung.
Drei Säulen

Drei Gründe, und sie sind verschieden stark

Säule I — rechnerisch

Dieselbe Eingabe

Vier der sechs Systeme entstehen aus exakt derselben Zahlenreihe. Nicht aus ähnlichen Daten: aus identischen. Wir rechnen einmal Ephemeriden und leiten daraus Radix, Bodygraph, hologenetisches Profil und deine Traumsignatur ab.

Nachprüfbar von jedem, im Anhang deines Reports.

Säule II — strukturell

Dieselben Zählungen

Zwölf, sieben, zweiundzwanzig, vierundsechzig. Diese Zahlen tauchen in mehreren Systemen auf, und meistens aus demselben Grund: weil der Himmel sie vorgibt oder weil sich 360 durch sie teilen lässt.

Nachprüfbar mit einer Tabelle. Steht weiter unten.

Säule III — historisch

Dieselben Leute

Dass Astrologie und Kabbala getrennte Fächer seien, ist eine neue Vorstellung. Vier Jahrhunderte lang waren sie ein einziges, und die Bücher, in denen das steht, sind erhalten und datierbar.

Nachprüfbar in jeder Universitätsbibliothek.

Säule I

Ein Geburtsmoment, einmal gerechnet, viermal gelesen

Das ist der unmystischste Teil dieser Seite und zugleich der einzige, den sonst niemand anbietet. Aus Datum, Zeit und Ort wird zuerst die historisch korrekte Zeitzone bestimmt, daraus die Weltzeit, daraus über VSOP87 und ELP2000 die Position jedes Körpers auf der Ekliptik, daraus über die Sternzeit der Aszendent und die Häuserspitzen.

Erst danach beginnt die Deutung — und zwar für alle Systeme aus demselben Satz Zahlen. Das Radix liest sie als Zeichen und Häuser. Der Bodygraph legt 64 Tore über denselben Kreis und schaut, welche davon besetzt sind. Die Gene Keys nehmen dieselben Tore und fragen nach der Richtung statt nach dem Mechanismus. Die Traumdeutung greift sich Mond, Neptun und das zwölfte Haus heraus.

Daraus folgt etwas, das man selten zugegeben bekommt: dein Gene-Keys-Schlüssel 51 und dein Human-Design-Tor 51 sind dieselbe Zahl. Wer beides bestellt, kauft nicht zweimal dasselbe, sondern zwei Deutungsebenen einer identischen Rechnung. Wir schreiben das hin, statt es zu verschweigen — und das Brückenkapitel macht genau daraus seinen Stoff.

Zwei Systeme hängen bewusst nicht allein am Geburtsmoment. Die Kabbala braucht zusätzlich deinen Namen; er ist die einzige Zusatzangabe im ganzen Haus. Und das Tarot hängt an der Frage und am Moment des Ziehens. Das ist kein Mangel: Es ist der Grund, warum das Tarot als einziges System etwas über heute sagen kann, während alle anderen über deine Anlage sprechen.

Säule II

Dieselben Zahlen, immer wieder

Vier Zählungen kommen in mehreren Systemen vor. Bei dreien ist der Grund derselbe und astronomisch. Bei einer ist er es nicht, und das steht dabei.

ZwölfWeil die Sonne zwölfmal an einem Neumond vorbeikommt, während sie einmal um den Kreis geht.
SystemWas so oft vorkommt
Astrologie12 Tierkreiszeichen, 12 Häuser
Kabbala12 einfache Buchstaben, im Sefer Jetzira ausdrücklich den Zeichen zugeordnet
Tarot12 Monate im Jahresrad, 12 Hofkarten
SiebenWeil man mit blossem Auge genau sieben Wandelsterne sieht.
SystemWas so oft vorkommt
AstrologieSonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn
Kabbala7 doppelte Buchstaben, im selben Kapitel den Planeten zugeordnet
Kalender7 Wochentage, in fast jeder Sprache nach denselben Planeten benannt
ZweiundzwanzigWeil das hebräische Alphabet 22 Buchstaben hat und der Lebensbaum daraus 22 Pfade macht.
SystemWas so oft vorkommt
Kabbala22 Buchstaben, 22 Pfade zwischen den zehn Sefirot
Tarot22 Karten der Grossen Arkana

Diese Zuordnung ist von 1781, systematisiert 1854. Sie ist nicht antik — und funktioniert trotzdem, weil beide Reihen dieselbe Erzählform haben.

VierundsechzigWeil sechs Linien, die je zwei Zustände haben, 64 Bilder ergeben. Und weil 360 durch 64 aufgeht.
SystemWas so oft vorkommt
I Ging64 Hexagramme
Human Design64 Tore, je 5.625° auf der Ekliptik
Gene Keys64 Schlüssel, dasselbe Rad, drei Höhenlagen je Schlüssel
Säule III

Es waren tatsächlich dieselben Leute

  1. 3.–6. Jh.Sefer Jetzira

    Das älteste kabbalistische Buch ordnet den hebräischen Buchstaben Planeten und Tierkreiszeichen zu — im Grundtext, nicht in einem späteren Kommentar. Kabbala und Astrologie beginnen als eine Sache.

  2. um 1440Die ersten Tarotkarten

    In Mailand und Ferrara entsteht ein Kartenspiel mit Trumpffolge, die trionfi. Ein Spiel, kein Orakel. Die Deutung kommt dreihundert Jahre später dazu.

  3. 1486Pico della Mirandola, 900 Thesen

    Pico bringt die jüdische Kabbala in den lateinischen Westen und stellt sie neben Astrologie und Platonismus. Bemerkenswert: derselbe Pico schreibt später gegen die voraussagende Astrologie. Er trennt Struktur von Wahrsagerei — eine Linie, die wir übernehmen.

  4. 1533Agrippa, De occulta philosophia

    Der Aufbau ist das Argument: Buch I die elementare Welt, Buch II die himmlische (Astrologie, Zahl, Mass), Buch III die intellektuelle (Kabbala, Namen). Drei Stockwerke eines Hauses, nicht drei Häuser.

  5. 1781Der Tarot bekommt eine Vergangenheit

    Court de Gébelin erklärt die Karten für altägyptisch — was falsch ist. Im selben Band verbindet Comte de Mellet sie erstmals mit den hebräischen Buchstaben. Die falsche Behauptung und die brauchbare Idee erscheinen auf denselben Seiten.

  6. 1854Éliphas Lévi

    Er macht aus der Idee ein System: 22 Karten, 22 Buchstaben, 22 Pfade. Fast alles, was heute als «Tarot und Kabbala» verkauft wird, geht auf ihn zurück. Der Golden Dawn ändert 1888 noch die Stellung des Narren — daher gibt es bis heute zwei Zuordnungen.

  7. 1987Human Design

    Ra Uru Hu legt die 64 Hexagramme des I Ging über die Ekliptik und ergänzt einen zweiten Zeitpunkt, 88 Sonnengrad vor der Geburt. Der I Ging ist alt, diese Verbindung ist es nicht.

  8. 2009Gene Keys

    Richard Rudd nimmt dasselbe Rad und liest jeden Schlüssel auf drei Ebenen: Schatten, Gabe, Siddhi. Dasselbe Tor, andere Frage.

Klarstellungen

Was wir ausdrücklich nicht behaupten

Diese Liste gehört zum Angebot und nicht ins Kleingedruckte. Wer Deutung verkauft, ist umgeben von Behauptungen, die niemand prüft. Wir prüfen sie und schreiben das Ergebnis hin, auch wenn es gegen uns spricht.

Kein ägyptischer Ursprung

Tarot ist ein italienisches Kartenspiel von 1440

Die ägyptische Herkunft wurde 1781 erfunden und ist widerlegt. Das macht die Karten nicht schlechter. Es macht nur die Werbung schlechter, die das Gegenteil behauptet.

240 Jahre, nicht 2000

Die Zuordnung Karte ↔ Buchstabe ist neuzeitlich

Wir verwenden die Zuordnung des Golden Dawn und schreiben sie in den Anhang jedes Reports, samt der Stelle, an der sie von Lévi abweicht. Wer eine andere Schule bevorzugt, kann so nachrechnen, wo sich der Text verschöbe.

1987 und 2009

Human Design und Gene Keys sind jung

Beide berufen sich auf den I Ging, und der ist alt. Die Verbindung von Hexagrammen und Ekliptik stammt aber von Ra Uru Hu. Das ist kein Einwand, nur das richtige Datum.

Und Nostradamus

Der berühmteste Beleg ist keiner

Von Michel de Nostredame wird gern erzählt, er sei Kabbalist gewesen — seine Familie war jüdischer Herkunft. Belegt ist es nicht, und die Horoskope in seinen Almanachen enthalten Rechenfehler. Wir führen ihn nicht als Zeugen. Wir brauchen ihn nicht: ein halbes Jahrhundert vor ihm betrieb der halbe Gelehrtenstand Europas beides.

Keine Physik

Astrologie erklärt nichts kausal

Es gibt keinen bekannten Wirkmechanismus, und die kontrollierten Studien sind negativ ausgefallen. Was ein Radix liefert, ist etwas anderes: eine Sprache für Widersprüche, die man an sich kennt, aber nicht benennen kann. Ob Saturn etwas bedeutet, ist Deutungssache. Wo Saturn stand, ist es nicht.

Die Brücke

Das Kapitel, das es einzeln nicht gibt

Jedes Bündel enthält ein Kapitel, das in keinem der Einzelreports vorkommen kann. Es heisst die Brücke und folgt immer derselben Reihenfolge:

  1. Was beide Systeme gleich sehen. Kurz. Übereinstimmung ist erwartbar und deshalb langweilig.
  2. Wo sie auseinandergehen. Ausführlich, mit den konkreten Werten aus beiden Rechnungen nebeneinander.
  3. Warum sie auseinandergehen. Fast nie, weil eines falsch liegt. Fast immer, weil sie verschiedene Fragen stellen: die Astrologie fragt wann, Human Design fragt wie du entscheidest, die Gene Keys fragen wohin, die Kabbala fragt wozu, das Tarot fragt und jetzt.
  4. Was der Widerspruch über dich sagt. Das ist der eigentliche Ertrag, und der Grund, warum ein Bündel mehr ist als zwei PDF-Dateien in einer Mail.

Die Deutung darf dabei keinen Widerspruch erfinden und keinen glätten. Findet sie keinen, schreibt sie das hin. «Hier ziehen beide Systeme in dieselbe Richtung, und das ist selten» ist ein gültiges Ergebnis.